1862
Am 2. August wird Ida Gerhardi in Hagen/Westfalen als Tochter des Arztes August Gerhardi (1831–1869) und seiner Frau Mathilde, geb. Dieckmann (1840–1917) geboren; sie hatte einen Bruder Karl August (1864-1944), der später Arzt wird, und eine Schwester Lilli (1869-1933).
1869
Umzug der Familie nach dem Tod der Vaters nach Detmold zu Verwandten.
Besuch der Töchterschule in Detmold und erster Zeichenunterricht
1890
Sie geht nach München an die Damenakademie des Münchner Künstlerinnenvereins, besucht Kurse, überwiegend Zeichnen nach der Natur bei der österreichischen Malerin Tina Blau-Lang. Zum Jahresende wechselt sie nach Paris.
1891-1892
Studium an der Akademie Colarossi in der Rue de la Grande Chaumière in Paris bei Ernest Courtois-Bonnencontre, Gustave Courtois und Charles Boutet de Monvel, sie nimmt auch an Akt-Zeichenkursen teil. Zimmer in der Pension Bret in derselben Straße. Eine Freundin ihrer Mutter, Emilie Elbers unterstützt sie finanziell. Bekanntschaft mit den Malerinnen Louise Amans, Henriette de Rège, Ottilie Roederstein, Auguste Roßmann. Studienaufenthalt im Künstlerort Concarneau in der Bretagne unter der Leitung des Landschaftsmalers Gustave Courtois.
1893
Bis April ist Ida Gerhardi in Paris, anschließend zu einem Portraitauftrag in Hagen. Zum Jahreswechsel kehrt sie, nach kurzem Aufenthalt in Wiesbaden, nach Paris zurück.
Sie spezialisiert sich als Portraitmalerin.
1894
Portraitaufträge in Paris. Ende April besucht sie die Mutter in Hagen. Zum Jahresende ist sie zurück in Paris, sie wohnt nun in der Rue Joseph Bara 8 mit Ottilie Roederstein (1859-1937).
1895
Anfang März bis Mitte Mai Italienreise: Genua, Rom, Pisa, Florenz bis Innsbruck, zweitweise mit dem Malerehepaar Minka und Bernt Grönvold. In Paris Umzug in die Rue Grande Chaumière 12. Erste Teilnahme am Salon du Champs de Mars (Société Nationale des Beaux-Arts) in Paris
1896
Sie verbringt den ersten Sommer bei ihrer Freundin Jelka Rosen (1868-1935) in Grez sur Loing und macht die Bekanntschaft mit dem Komponisten Frederick Delius, dem späteren Ehemann von Jelka.
1897
Aufenthalte in Grez; sie vermittelt Delius eine erste Aufführung seiner Musik in Deutschland in Elberfeld beim Musikdirektor Hans Haym.
1898
In Elberfeld organisiert sie für Jelka Rosen eine Ausstellung. Baron von der Heydt kauft drei Gemälde.
1899
In Paris. Von Mai bis Juni Reise nach London mit Jelka Rosen zu einem Delius-Konzert. Begegnung mit dem ungarischen Dirigent Arthur Nikisch und im Dezember entsteht sein Portrait in Leipzig.
1900
Bis Juni in Berlin: erstmals Ausstellung bei der Berliner Sezession in Berlin. Der italienische Komponist Ferruccio Busoni gibt ihr den Auftrag für ein Portrait.
Krankheit. Ab Herbst in Grez und Paris. Erste Begegnungen mit dem Bildhauer Auguste Rodin.
1901
Ende Februar bis in den Sommer ist Ida Gerhardi in Berlin (Lützowstr.67) für mehrere Portraitaufträge. Freundschaft mit der Malerin Adèle von Finck (1879-1943). Im November und Dezember macht sie eine Kur in Bad Kreuznach.
Für den 10. Dezember vermittelt sie eine Aufführung des Nachtstücks „Paris“ von Delius in Elberfeld.
1902
Im Frühjahr in Berlin, dort wohnt sie bei Adèle von Finck.
Ausstellung bei der Münchner Sezession. Durch ihre Ausstellung in Lüdenscheid gemeinsam mit Jelka Rosen und Adèle von Finck lernt sie Karl Ernst Osthaus kennen; im Winter beginnt sie in Hagen sein Portrait zu malen. Sie vermittelt Osthaus Kontakt zu französischen Künstlern u.a. Auguste Rodin, Maillol, Denis und Matisse (Ankäufe von Seiten Osthaus werden folgen) und zu den Kunsthändlern Wilhelm Uhde und Otto Ackermann.
Bekanntschaft mit Christian Rohlfs.
1903
Erste Kaffeehaus- und Kabarettbilder.
Zerwürfnis mit Jelka Rosen-Delius und Frederick Delius.
1904
Im Frühjahr ist Käthe Kollwitz die Zimmernachbarin von Ida Gerhardi in der Rue de la Grande Chaumière 12. Kollwitz besucht die Bildhauerklasse in der Académie Julien; des Öfteren begleitet sie Ida Gerhardi abends in die Tanzlokale, dort zeichnen sie. Sie verkehrt im Künstlerkreis des Café du Dome.
1905
Paris und Biarritz: Tanzbilder und Meereslandschaften. Erste Teilnahme am Salon des Indépendents in Paris.
In Berlin wird im November der Internationale Lyceum-Club gegründet, Ida Gerhardi wird Mitglied.
1906
Wilhelm Uhde und Otto Ackermann vermitteln Gerhardi in den Kunsthandel.
In Hagen fertigt sie das Portrait von Christian Rohlfs.
Deutsche Künstlerbundausstellung in Weimar.
1907
Neues Zimmer in Paris am Boulevard Montparnasse, anfangs in der Nr. 59, dann in der Nr.108 nahe beim Café du Dome. Vermittlung einer Ausstellung deutscher und französischer Künstler in den Kunstsalon Schulte, Berlin, im Herbst.
Ab Dezember für Aufträge in Berlin
1908/09
Bis Juni in Berlin.
Im Pariser Louvre kopiert Gerhardi im Auftrag des Berliner Kunstsammlers Hugo von Tschudi die „Olympia“ von Edouard Manet.
Ida Gerhardi wohnt bei den Berlinaufenthalten von ca. Dezember1908 bis Mitte 1909 im Haus des deutschen Lyceum-Clubs am Karlsbad 12-13.
1910
Versöhnung mit Jelka und Frederick Rosen. Im März besucht Gerhardi in London ihre künftige Mäzenin Bertha Stoop.
Beteiligung an der Sonderbundausstellung in Düsseldorf.
Beteiligung an der 1. Ausstellung der Vereinigung Bildender Künstlerinnen Österreichs.
1911
Aufenthalte in Lüdenscheid, Weimar, Elberfeld und Paris.
1913
Eine schwere Erkrankung veranlasst den Umzug von Paris nach Lüdenscheid und die Unterbrechung der künstlerischen Arbeit bis 1916.
Erster Preis des Verbandes der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein.
1914
Ägyptenreise mit dem Ehepaar Bertha und Frank Stoop und Walter Kaesbach, Assistent von Ludwig Justi an der Nationalgalerie, Berlin.
1915
In der häuslichen Abgeschiedenheit entstehen überwiegend Stillleben und Blumenbilder.
1927
Am 29. Juni stirbt Ida Gerhardi in Lüdenscheid.
1999
„IDA GERHARDI – Eine westfälische Malerin zwischen Paris und Berlin“ Ausstellung in der Kolvenburg in Billerbeck,
DAS VERBORGENE MUSEUM zeigt anschließend die Ausstellung mit ausgewählte Werken.
2012
Die Städtische Galerie Lüdenscheid zeigt die Ausstellung „Ida Gerhardi – Deutsche Künstlerinnen in Paris um 1900“.
Eröffnung
Mittwoch, 17. November 1999 | 19 Uhr
Es sprechen
Begrüßung
GISELA BREITLING
Das Verborgene Museum
ANNEGRET RITTMANN
Künstlerische Freiheit - Gesellschaftliche Zwänge
Zu Leben und Werk der Malerin
Ida Gerhardi
LAUFZEIT
18. November 1999 - 30. Januar 2000
geschlossen: 21.12.1999 - 02.01.2000
ÖFFNUNGSZEITEN
Donnerstag, Freitag 15 - 19 Uhr
Samstag, Sonntag 12 - 16 Uhr
VERANSTALTUNGEN
Im Rahmen SCHAUPLATZ MUSEUM - JANUAR 2000
Rites de passage - Rituale des Übergangs
25.Januar 2000 | 20 Uhr
Lesung mit Musik
"Rendez-Vous Paris"
Texte von Malerinnen:
Ida Gerhardi, Marie Bashkirtseff, Louise Breslau, Käthe Kollwitz, Paula Modersohn-Becker, Julie Wolfthorn u.a.
Die Schauspielerin Eleonore Weisgerber liest
Cathrin Pfeifer am Akkordeon
29. Januar 2000
Lange Nacht der Museen
Bildzitate | Ausstellung Ida Gerhadi | 10. November 1999 - 30 Januar 2000
Flyer | zur Ausstellung
PUBLIKATION
Zur Ausstellung liegt ein Buch vor:
IDA GERHARDI - BRIEFE,
Hg. Dr. Annegret Rittman
AKTUELLE Rufnummer
+49 (0) 30 861 34 64
MAIL > ADRESSE
STANDORT > ADRESSE
Der Verein DAS VERBORGENE MUSEUM | Dokumentation der Kunst von Frauen eV
hat seine Tätigkeit seit dem 1. Januar 2022 eingestellt
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STADTPLAN
siehe Kontakt
Die Ausstellung wurde eingerichtet
vom Kreis Coesfeld und war zuvor in der
Kolvenburg in Billerbeck zu sehen.
Unterstützung:
Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur