LASERSTEIN, LOTTE
LASERSTEIN, LOTTE
1898
1993
Biografie

 

28.11.1898
Lotte Laserstein wird in der Kleinstadt Preußisch‑Holland (Ostpreußen heute Pełsak, Polen) als erste Tochter des wohlhabenden Apothekers Hugo Laserstein und seiner Frau Meta, geb.Birnbaum, geboren.

1902
Tod des Vaters. Umzug der Familie nach Danzig, wo Meta Laserstein mit ihren beiden Töchtern Lotte und Käte (1900-1965) einen gemeinsamen Haushalt mit ihrer Mutter Ida Birnbaum und ihrer Schwester, der Malerin Elsa Birnbaum führt.

1909
Erster Kunstunterricht in der privaten Malschule von Elsa Birnbaum.

1912
Umzug der Familie nach Berlin

1918
Abitur. Lotte Laserstein immatrikuliert sich an der Friedrich‑Wilhelms‑Universität zu Berlin, um Philosophie und Kunstgeschichte zu studieren; Besuch einer Schule für Gebrauchsgraphik.

1920 ‑ 1921
Private Kunst-Ausbildung bei Leo von König.

1921 ‑ 1927
Studium an der Akademischen Hochschule für die bildenden Künste (ab 1924 Vereinigte Staatsschulen für freie und angewandte Kunst) in Berlin bei Erich Wolfsfeld, von 1925 bis 1927 dessen Meisterschülerin.

1922 ‑ 1924
Die Familie verliert in den Inflationsjahren einen Großteil des Vermögens.
Zur Finanzierung des Studiums ist Lotte Laserstein zeitweise als Illustratorin und Gebrauchsgraphikerin tätig.

1925
Auszeichnung mit der sogenannten Ministermedaille des Preußischen Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung für besondere künstlerische Leistungen Begegnung mit ihrem Modell Traute Rose.

1927
Erstes eigenes Atelier in der Friedrichsruher Str. 33a, Berlin‑Wilmersdorf, in dem sie auch eine private Malschule einrichtet.

1928 ‑ 1931
Lotte Laserstein nimmt an 22 Ausstellungen teil und beteiligt sich erfolgreich an verschiedenen Wettbewerben.

1928
Der Magistrat der Stadt Berlin kauft das Gemälde „Im Gasthaus“ an.

1929
Lotte Laserstein wird Mitglied im Verein der Berliner Künstlerinnen, in dem sie zeitweise auch im Vorstand und in der Jury tätig ist.

1930
Umzug in die Nachodstr. 15 in Berlin‑Wilmersdorf. Um diese Zeit findet ein Stilwechsel statt. Laserstein gibt den konturbetont flächigen Stil zugunsten eines locker gelösten Duktus auf.

1931
Einzelausstellung in der Galerie Gurlitt, Berlin.

1931 – 1935
In den Sommermonaten ausgedehnte Reisen mit ihren SchülerInnen aufs Land.

Ab 1933
Laserstein erhält als Jüdin keine Ausstellungsmöglichkeiten mehr. Sie wird aus dem Vorstand des Vereins der Berliner Künstlerinnen entlassen.

1935
Da sie nicht Mitglied in der Reichskulturkammer ist, kann sie nur noch mit Hilfe von Freunden Malmaterialien beziehen, ihr privates Schüleratelier wird geschlossen. Tätigkeit als Kunstlehrerin an der jüdischen Privatschule von Helene Zickel. Umzug in die Jenaer Straße 3. Ausstellungen im Rahmen des Jüdischen Kulturbundes.

1937
Emigration nach Schweden.
Im Dezember erfolgreiche Ausstellung in der Stockholmer Galerie Moderne, der zahlreiche Portraitaufträge folgen.

1938
Zur Erlangung der schwedischen Staatsbürgerschaft geht Lotte Laserstein eine Scheinehe mit Sven Marcus ein, mit dem sie aber nicht zusammenlebt. Sie versucht vergeblich, ihre Mutter, die Schwester und deren Lebensgefährtin aus Deutschland herauszuholen.

1943
Meta Laserstein stirbt im KZ Ravensbrück, die Schwester entkommt der Verfolgung durch Abtauchen in die Illegalität und überlebt in einem Berliner Versteck.

Ab 1946
Beruflich und privat schwierige Jahre. Erneute Kontaktaufnahme mit der in Deutschland gebliebenen Freundin Traute Rose und ihrem Mann Ernst.

1952
Erwerb eines Sommerhäuschens auf der Insel Öland.

1954
In der Hoffnung auf bessere berufliche Chancen, Umzug von Stockholm in die Südschwedische Stadt Kalmar/Småland.
In den späten fünfziger und sechziger Jahren ausgedehnte Reisen nach Frankreich, Italien und Spanien sowie in die Schweiz und die USA.

1963
Lotte Laserstein wird Mitglied im schwedischen Berufsverband Bildender Künstler, der Konstnärernas Riksorganisation.

1977
Auszeichnung mit dem Kulturpreis der Stadt Kalmar.

1987
Ausstellung bei Agnew's und The Belgrave Gallery, London, die die internationale Wiederentdeckung Lotte Lasersteins einleitet.

1990
Erneut Ausstellung bei Agnew's, London. Ihre Werke werden zusammen mit denen ihres Lehrers Erich Wolfsfeld und ihres Schülers Gottfried Meyer gezeigt.

21.1.1993
Lotte Laserstein stirbt 94jährig in Kalmar.

2003
DAS VERBORGENE MUSEUM
zeigt vom 7.11.2003 bis 1.02.2004 im Museum Ephraim Palais, Berlin
die Ausstellung  “Lotte Laserstein – Meine einzige Wirklichkeit“

 

DAS VERBORGENE MUSEUM zu Gast
im MUSEUM EPHRAIM-PALAIS

 

ERÖFFNUNG

Lotte Laserstein-Retrospektive
Donnerstag, 06. November 2003 | 18.00 Uhr
im Großen Saal des Roten Rathauses

Es sprechen

Dr. Thomas Flierl
Senator für Wissenschaft, Forschung und Kultur

Carl Tham
Seine Excellenz der schwedische Botschafter

Dr. Kurt Winkler
Amtierender Generaldirektor der Stiftung Stadmuseum Berlin

Elisabeth Moortgat
Das Verborgene Museum

Dr. Anna-Carola Krausse
Kuratorin der Ausstellung

 

LAUFZEIT

7. November 2003 - 1. Februar 2004

ADRESSE

Museum Ephraim-Palais
Poststrasse 16
10178 Berlin

verkehrsanbindungen

S | U-Bahn Alexanderplatz
U-Bahn Klosterstrasse
Bus 148 | TXL


 

STANDORT

DAS VERBORGENE MUSEUM
Schlüterstrasse 70
10625 Berlin-Charlottenburg

verkehrsanbindungen

S5, 7, 75, 9  Savignyplatz
U2 Ernst-Reuter-Platz,
Bus M49, X34, 101 Schlüterstrasse

STADTPLAN

siehe Kontakt

TELEFON

+49 (0) 30 313 36 56

MAILADRESSE


 

 

EINLADUNGSKARTE  zur Ausstellung

 

PUBLIKATION
Lotte Laserstein (1898-1993)
Meine einzige Wirklichkeit
Monographie von Anna-Carola Krausse
Hg. DAS VERBORGENE MUSEUM
368 S., ca. 250 Farb- u. s/w Abb. dt/engl
CD-Rom mit Werkverzeichnis 1920-1937,
Hardcover, Verlag der Kunst – Philo Fine Arts
Dresden 2003
vergriffen