TARDIF, MATHILDE
TARDIF, MATHILDE
1872
1929
Biografie

 


1872
am 12. Mai als Hélène Mathilde Thérèse Pauline Tardif in Marseille geboren, Tochter von Mèrette (Lucie) Tardif (? - 8.2.1914) und Monsieur Tardif (ca. 1840 - 30.12.1911); er war ein Schulfreund von Émile Zola (1840-1902) und Paul Cézanne (1839-1906), mit denen er vermutlich zwischen 1852-1857 das Collège Bourbon in Aix-en-Provence besucht hat.

Über Mathildes Kindheit und Jugend gibt es bisher keine weiteren Informationen. 

1890er-Jahre
Ausbildung an der Académie Julian in Paris. Es ist nicht überliefert, wann genau und bei welchen Lehrern sie studiert hat.

1892
Geburt der Tochter Yvonne  (1892-1957) 

1894-97
Leo von König (1871-1944) studiert an der Académie Julian in Paris bei Jules-Joseph Léfebvre und Tony Robert-Fleury. Hier begegnete Mathilde Tardif sehr wahrscheinlich Leo von König, ihrem späteren Ehemann.

1898/1900
Malaufenthalte mit Leo von König im Fischerdorf Concarneau in der Bretagne, einem seit den 1870er-Jahren neben der beliebten Künstlerkolonie Pont-Aven gelegenen Künstlerort. Hier arbeitete auch die Malerin Ida Gerhardi 1891 drei Monate lang.

1901
Leo von König tritt der Berliner Secession bei.
Mathilde Tardif lebt vermutlich in Berlin. Sie nimmt  mit “Balletteuse“, “Greis und Kind“ und “Verlobte“ an der IV. Ausstellung der Berliner Secession teil.

1902
Mathilde Tardif nimmt mit “Die tote Mutter“, “Flirt“, “Elend“ und “Moulin Rouge“ an der VI. Ausstellung der Berliner Secession teil.

1903
Mathilde Tardif nimmt mit “Hochzeit“, “Mutter und Kind“, “Das tote Kind“ und “Obdachlos“ an der VIII. Ausstellung der Berliner Secession teil.

1904
Leo von König geht eine Freundschaft mit dem Kunsthistoriker Julius Meier-Graefe (1867-1935) ein, der nach den Jahren als Kunsthändler in Paris wieder in Berlin ansässig wird. Meier-Graefe veröffentlicht “Die Entwicklungsgeschichte der modernen Kunst“; in seinen schriftlichen Werken erwähnt er keine Künstlerinnen.

1905
Im September zieht Julius Meier-Graefe in das Haus Genthinerstr. 11, Berlin W, wo Leo von König und Mathilde Tardif häufig zu Gast sind. Dort auch Zusammentreffen mit der Kunstförderin Ida Dehmel und der Malerin Dora Hitz.

1906
Leo von König wohnt in Berlin NW, Schleswiger Ufer 11.

Beteiligung von Mathilde Tardif  im Sommer mit “Die Familie“, “Das Mädchen“, “Spaziergang“ und “Die Wahl des Paris“ an der XI. Ausstellung der Berliner Secession; mit Zeichnungen ist sie auch an der XII. Ausstellung der Berliner Secession im Winter beteiligt.

1907
Am 26. September heiraten Mathilde Tardif  und Leo von König; er adoptiert ihre Tochter Yvonne. Umzug zum Schleswiger Ufer 12, hier richtet Leo von König auch seine Mal- und Zeichenschule ein.

1908
Von April bis Oktober reisen sie zusammen mit Julius Meier-Graefe und seiner Frau Anna nach Portugal und durch Spanien. Von Hamburg aus fahren sie mit der “Cap Arcona“ Richtung Buenos Aires bis Lissabon, erreichen Mitte April Madrid, wo sie ausgedehnte Museumsbesuche im Prado machen, das spanischen Straßenleben beobachten und Mathilde Tardif besonders das mediterrane Klima genießt. Sie besuchen in Madrid und Sevilla einen traditionellen Stierkampf; in Granada sind sie voller Begeisterung beim Besuch der Alhambra.

Es schließt sich noch ein Abstecher in die marokkanische Hafenstadt Tanger an. Mathilde Tardif erinnert sich an ihren ersten Besuch in Nordafrika, bei dem sie als junges Mädchen Tunis besucht hat.

Im August fährt Mathilde Tardif zu ihren Eltern nach Paris, wohin von König, Meier-Graefe und seine Frau später nachkommen.

1910
25.11.1910 tritt Leo von König aus der Berliner Secession aus.

1911
am 30. Dezember stirbt Mathilde Tardifs Vater in Neuilly-sur-Seine bei Paris.

1912
Der Architekt Walther Leo Epstein baut in Berlin Schlachtensee, Seestr.4 (heute Am Schlachtensee 134) für Leo von König ein Landhaus, das die Eheleute Tardif/von König beziehen.

1913
Im Februar halten sich Mathilde Tardif und Leo von König in Paris auf; er portraitiert Mathildes Mutter, Lucie (Mèrette) Tardif.
Mathilde, Yvonne, Leo von König, Meier-Graefe und seine Frau besuchen in Berlin am 15. Juni die Inszenierung von Tolstois “Der lebende Leichnam“ im Deutschen Theater; Weihnachten zusammen mit Leo von Königs Eltern in Woltersdorf, Brandenburg.

1914
Wegen des Todes der Mutter von Mathilde Tardif reisen beide nach Paris.
In Berlin zusammen mit Meier-Graefe Besuch der Oper „Parsifal“ von Richard Wagner.

Am 3. August erklärt Deutschland Frankreich den Krieg. Julius Meier-Graefe und Leo von König melden sich freiwillig zum Kriegsdienst, von König wird nicht eingezogen; sein Vater, Götz von König, wird Kommandeur der 3. Landwehr-Division in Polen.  

Meier-Graefe schickt Mathilde Tardif verschiedene Ausgaben französischer Literatur, darunter von Stendhal, die Tagebücher der Malerin Marie Bashkirtseff und Goethes Freundschaftsgedicht „Ginko & Biloba“.

Mathilde und ihre Tochter halten sich zeitweise auf Gut Woltersdorf bei ihrer Schwiegermutter auf. Die Kriegsjahre waren für die Französin Mathilde Tardif vor allem wegen der jahrhundertealten sogenannten Erbfeindschaft zwischen Frankreich und Deutschland nur schwer zu ertragen.

1920
Leo von König lässt sich von Mathilde Tardif scheiden und heiratet am 26. Mai seine Schülerin Anna von Hansemann (1897-1992).

1923
Yvonne lernt in Oberstdorf im Oberallgäu den Maler Walter Becker kennen, den sie im November heiratet; bis Anfang 1924 leben sie in Berlin.

1924
Mathilde Tardif übersiedelt nach Cassis-sur-Mer bei Marseille, wo sie zusammen mit Yvonne und Walter Becker in einem provenzalisches Bauernhaus lebt; das Haus wird zum Künstlertreffpunkt; Yvonne und Walter Becker leben hier bis 1936.

1926
Leo von König besucht im Frühjahr Mathilde Tardif und Yvonne und Walter Becker in Cassis-sur-Mer.

1927
Julius Meier-Graefe und seine zweite Ehefrau Annemarie besuchen Mathilde Tardif in Cassis-sur-Mer und ziehen in die Weinberge in Saint-Cry-sur-Mer in das Landhaus „La Banette“.

1929
Am 5. Mai Freitod von Mathilde Tardif auf dem Gut ihrer Schwiegereltern Götz Freiherr von König (1849-1934) und Hertha Freiin von König-von Cramm (1847-1934) in Woltersdorf bei Berlin. Mathilde Tardif wird im Familiengrab derer von König in Potsdam beigesetzt.  

 

 

ERÖFFNUNG   
Mittwoch, 22. April 2020 |  19 Uhr | fällt aus !!

Die Ausstellung ist jetzt für Ende Januar 2021 geplant !!

Es sprechen

Elisabeth Moortgat
DAS VERBORGENE MUSEUM

Andreas Hoelscher
Nachlassverwalter

Dr. Ingrid von der Dolle
Kunsthistorikerin und Autorin der Publikation
zu Mathilde Tardif

 
LAUFZEIT
23. April  – 30. August 2020 | fällt aus !!

Die Ausstellung ist jetzt für Ende Januar 2021 geplant !!

ÖFFNUNGSZEITEN

Donnerstag, Freitag 15 - 19 Uhr
Samstag, Sonntag 12 - 16 Uhr

Das Museum ist nur zu den angeführten Zeiten während der Laufzeit geöffnet.

STANDORT > ADRESSE

DAS VERBORGENE MUSEUM
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Flyer zur Ausstellung

 

Publikation zur Ausstellung
Ingrid von der Dollen
Die Malerin MATHILDE TARDIF 1872-1929 
Panoptikum der Gesellschaft um 1900,
128 S., Edition Joseph Hierling, Tutzing 2020, 19,00 €

 

Wir danken dem Nachlassverwalter
Andreas Hoelscher für die gute Zusammenarbeit.