STROBL, MARIANNE
STROBL, MARIANNE
1865
1917
Biografie

 

1865
Marianne Strobl wird am 24. Februar als Marie Nentwich in Würbenthal (österreichisch Schlesien) als Tochter des Verwalters Johann Nentwich und seiner Ehefrau Jakobine, geb. Volgert, geboren. 

1891
Heirat mit Josef Strobl (1852-1922), einem Vermessungstechniker im k.k. Gradmessungs-Bureau, Wien. Josef Strobl ist Mitglied im »Club der Wiener Amateur-Photographen«; vermutlich erhält Marianne Strobl dort praktische Unterweisungen im fotografischen Handwerk und kann das technische Equipment und die Dunkelkammer für ihre eigene fotografische Arbeit benutzen.

1894
Marianne Strobl meldet im Januar ihr Fotografengewerbe unter der Adresse »Wien IX, Müllnergasse 33« an.

Strobl erhält den ersten Großauftrag zu »Typen der Landfuhrwerke der Österr.- Ungar. Monarchie aus der Internationalen Ausstellung für Volksernährung, Armeeverpflegung, Rettungswesen und Verkehrsmittel«. Das Ergebnis legt sie 1895 in einem Mappenwerk mit 95 Albuminpapier-Fotografien auf lithographierten Schmuckkartons vor.
Im Jahr 1895: Auftragsarbeit für das Wiener Nobelhotel »Hotel Meißl & Schadn«, veröffentlicht in einem Album mit 21 Fotografien.
Für kurze Zeit betreibt Marianne Strobl das fotografische Gewerbe unter der Adresse ihres Mannes: Valeriestr. 22, Wien II (heute: Böcklinstraße).
Im August Geburt der Tochter Maria Ida Josefa.

1896
Nennung im Wiener Gewerbehandbuch: »Marianne Strobl, Fotografin, Atelier, II (im 2. Wiener Bezirk), Prater, Wiener Thiergarten«.
Ab 1897 lautet der Eintrag: »Kunst-Anstalt für Fotografie, II Prater, Halmgasse 3«.

1896-1898
Fotografische Dokumentation des Kanalbaus in der Marxergasse für die Baufirma Pittel & Brausewetter, Wien. Es existiert eine Mappe mit 8 Aufnahmen. 

um 1898
»Unser Heim am Semmering«, Album mit 29 Fotografien für den Eigentümer des Neuschwanstein nachempfundenen »Silbererschlössl«, den Journalisten, Verleger und Luftfahrtpionier, Victor Silberer.

1899
Die Winterausstellung im Österreichischen Museum für Kunst und Industrie zeigt neueste Interieur-Entwürfe von Architekten und Handwerksfirmen. Strobl dokumentiert die Entwürfe für die Illustrierung von Artikeln, u.a. in der Zeitschrift Kunst und Kunsthandwerk. Diese Tätigkeit erfolgt alljährlich bis 1907. 

um 1900
Aufnahmen in der Weinkellerei des k.k. Hof-Lieferanten Franz Leibenfrost & Co. 

1901
Im Juni Geburt der Tochter Margarete.
Marianne Strobl nimmt mit ihrem Mann als Fotografin und Expertin für Blitzlichtfotografie an einer Höhlenexpedition in den niederösterreichischen Ötscherhöhlen teil, bei der geodätische Vermessungen durchgeführt werden; es entsteht ein Album mit 15 Aufnahmen.

1903-1905
Es erscheint ein Mappenwerk mit 22 Fotografien vom Bau der Eisenbahnstrecke »Assling-Wocheiner-Feistritz« (mit dem 6339 m langen Wocheiner-Tunnel); die Strecke verbindet das Klagenfurter Becken durch die Julischen und Karnischen Alpen mit dem italienischen Friaul. Die Schwierigkeiten, die der Bau der Gebirgsbahn zu überwinden hatte, lassen sich in den Fotografien nachvollziehen. 

1904
»Die Lokomotive. Illustrierte Monats-Fachzeitung für Eisenbahn-Techniker« veröffentlicht fünf Aufnahmen aus dem zehnteiligen Mappenwerk der südwestlich von Wien gelegenen Eisenbahn-Linie Rodaun-Kaltenleutgeben. 

1905
Marianne Strobl wird Mitglied der »Genossenschaft der Photographen in Wien«;
Mappe mit 15 Albumin-Aufnahmen des Hauses »Zum grünen Kranz«, eine Dokumentation des Hauses Mariahilferstr. 47, Wien; vermutlich hat der Hausbesitzer aus der ehemaligen Klavierbauer-Familie Fritz den Auftrag kurz vor dem Abriss des Hauses im Bauboum der Zeit erteilt.   Mappe mit 9 Aufnahmen zum Eisenbahnbrückenbau in Wien für die Hoch- und Tiefbau Firma H. Rella & Co. 

1908
An der 1888 gegründeten »K.K. Lehr-und Versuchsanstalt für Photographie und Repro-ductionsverfahren in Wien« sind seit 1908 auch Frauen in vollem Umfang zur Fotografieausbildung zugelassen. 

1909
Im August zusammen mit Josef Strobl Aufenthalt in Bad Ischl.
Mappe mit 35 Fotografien von dem städtischen »Irrenhaus« in Triest.
Großauftrag der Stadt Wien zur Dokumentation der Errichtung der Gaswerke Leopoldau und Simmering 1909-1911. 

1910
Aufnahmen »Das neue Männerheim in Wien. Die jüngste Schöpfung der Kaiser Franz Joseph I.-Stiftung« erschienen in verschiedenen Zeitungen. Eine Auswahl war 1913 auf Wanderausstellungen zum Städtebau sowie zum Siedlungs- und Wohnwesen in Berlin und in Leipzig ausgestellt. 27 Aufnahmen befinden sich heute im Wien Museum.

1911
Aufnahmen vom Neubau des Reichs-Kriegsministeriums im Auftrag der Baufirma Porr, unter besonderer Berücksichtigung der Eisenbetonarbeiten.

1912
Publikation »Das städtische Gaswerk Leopoldau« mit 35 Autotypien;
Album mit 10 Fotografien für die Textilfabrik »Ateliers E. Braun & Co. k.k.Hof-Lieferanten«

1916
Im Auftrag der Baufirma Ed. Ast & Co. dokumentierte Marianne Strobl den Kraftwerksbau »Kehrbachwerk« in Wiener Neustadt. 

1917
Maria (Marianne) Strobl stirbt am 13. Februar in Wien. 

2017
Das Photoinstitut Bonartes in Wien zeigt die erste Ausstellung »Marianne Strobl – Industrie-Photograph 1894-1914«.  

2019
DAS VERBORGENE MUSEUM
zeigt Fotografien von Marianne Strobl erstmals in Deutschland

 

ERÖFFNUNG 
18. September 2019 | 19 Uhr

Es sprechen

Elisabeth Moortgat
Das Verborgene Museum

Dr. Klaus Lederer
Senator für Kultur und Europa

Dr. Ulrike Matzer
Fotohistorikerin, Wien

LAUFZEIT

19. September 2019 – 8. März 2020
geschlossen
16.12.2019 - 06.01.2020

ÖFFNUNGSZEITEN

Donnerstag, Freitag 15 - 19 Uhr
Samstag, Sonntag 12 - 16 Uhr

Das Museum ist nur zu den angeführten Zeiten während der Laufzeit geöffnet.

STANDORT > ADRESSE

DAS VERBORGENE MUSEUM
Schlüterstrasse 70
10625 Berlin-Charlottenburg

Verkehrsanbindungen

S-Bahn Savignyplatz
U-Bahn Ernst-Reuter-Platz
Bus M49, X34

STADTPLAN

siehe Kontakt

 

Telefon

+49 (0) 30 313 36 56

MAILADRESSE

 

 

 

Flyer zur Ausstellung

 

Publikation zur Ausstellung
Ulrike Matzer (Hg.): Marianne Strobl,
»Industrie-Photograph«, 1894–1914
(= Beiträge zur Geschichte der Fotografie in Österreich, Bd. 15), mit Beiträgen von Ulrike Matzer, Andreas Nierhaus und Hanna Schneck, Salzburg: Fotohof edition, 2017, 156 Seiten mit 136 Abb.