anonym | Louise Stomps und ihre Skulptur ”Der Ruf”, 1977
STOMPS, LOUISE
1900
1988
Biografie

 

1900
Adele Louise Sophie Stomps wird  am 5.10. als zweites Kind des Rechtsanwalts Otto Stomps (+1930) und seiner Ehefrau Else Stomps, geb. Kempff (7.2.1873-21.3.1952), in Berlin geboren.
Die Familie wohnt in Lichterfelde-Ost. Ihr Bruder ist der 1897 in Krefeld geborene Schriftsteller und Verleger Victor Otto (genannt VauO).

1917
Louise Stomps schließt das Elisabeth Lyceum in Berlin-Lichterfelde-Ost ab. Erste Tierskulpturen.

1918
Besuch eines Mädchenpensionats in Feldafing am Starnberger See.
Heirat mit dem zehn Jahre älteren Diplom-Ingenieur Hans Becker.

1921/1922
Geburt der Tochter Inge / Geburt der Tochter Annemarie 

1926
Scheidung. Abendaktklasse: Prof. Johannes Röttger an der Hochschule für Bildende Künste Berlin. 

1928
Besuch der Bildhauerklasse von Milly Steger im Verein der Berliner Künstlerinnen, Berlin.
Erste Holzskulpturen. Mitglied im VdBK 1928-1943.

1930
Tod des Vaters.
Erste Arbeiten in Stein; sie schafft die steinerne Grabskulptur für das Grab des Vaters. 

1930-33
Ausstellungsbeteiligungen. Sie trifft die Bildhauerin Lidy von Lüttwitz (1902-1996). Freundschaft und zeitweilig gemeinsame Nutzung eines Ateliers. 

1932
Beginn der selbständigen Arbeit als Bildhauerin 

1933
Ablehnung des Nazi-Regimes und innere Emigration.  Häufiger Atelier-Wechsel 

in den 1930er Jahren:
Gelegentliche Teilnahme am Stammtisch der Rabenpresse (1926-1937), dem Verlag ihres Bruders VauO - Victor Otto Stomps. mit Ludwig Meidner, Paul Steegmann, Luigi Malipiero, u.a. 

1936
Ernst Barlach und Käthe Kollwitz Arbeiten werden aus der Jubiläumsausstellung der Akademie der Künste als „untragbar“ entfernt. Aus Solidarität will Louise Stomps nicht mehr ausstellen. 

1937
Besuch der Weltausstellung in Paris mit Lidy von Lüttwitz.

1938/39
Durch ihren Bruder VauO Begegnung mit der Malerin, Sammlerin, Mäzenin und Kunsthändlerin Hanna Bekker vom Rath (1893-1983). Bekker vom Rath zeigt 1940-43 heimlich Ausstellungen “entarteter“ Künstler in ihrem Berliner Atelier in der Regensburger Str.. (1947 eröffnet sie ihr Frankfurter Kunstkabinett mit einer Grafikausstellung von Käthe Kollwitz) 

1940
Nach den ersten Bombenangriffen mietet sich Louise Stomps im Berliner Vorort Caputh ein Fluchtasyl  und vergräbt dort ihre Arbeiten. 

1943
Bei einem Bombenangriff werden am 3.11.1943 ihre Wohnung, Achenbachstr.3, Berlin-Wilmersdorf und Tage später am 23.11.1943 bei einem Fliegerangriff  das Atelier in Berlin-Mitte, Neue Grünstr.40, total zerstört, Verlust ihrer Arbeiten. Sie lebt und arbeitet nun in Notquartieren. 

1945
Louise Stomps wird mit dem Verdacht auf Spionage denunziert und kommt sechs Wochen in russische Haft.
Im August eröffnet am Kurfürstendamm 215 die Galerie Rosen. Die ehemals verfemten Künstlerinnen und Künstler können endlich wieder ausstellen.
An der 3. Ausstellung im Oktober / November „Plastik und Bildhauerzeichnungen“ nimmt Louise Stomps teil, zusammen mit Paul Dierkes, Karl Hartung, Gottfried Kappen, Gustav Seitz, Renée Sintenis, Christian Theunert, Hans Uhlmann.
Umzug ins Atelier Schillerstraße 21 in Charlottenburg (Wohnung ab. 16.10.1946: Giesebrechtstr. 9) 

1946
Beteiligung an der 1. Deutschen Kunstausstellung im Zeughaus Unter den Linden.
Ausstellungsbeteiligung in der Galerie Rosen im August.
Ende des Jahres in der Mappe “Grafik 1946“ als einzige Bildhauerin mit einer Arbeit vertreten.

1947
Teilnahme an der Wanderausstellung der Galerie Rosen in Berlin, Hamburg und Stuttgart.
Im August Ausstellung in der Galerie Rosen: “Louise Sophie Stomps – Plastiken (neben den Ölbildern und Aquarellen von Hans Kuhn). Im Winter Teilnahme in der Jahresschau der Galerie Rosen.
Im “Almanach 1947“ der Galerie Rosen vertreten.

1947/48
Der Magistrat von Berlin kauft die Eichenholz-Skulptur Das Paar, 1938, (heute: Nationalgalerie SMB) 

1949
Ausstellung in der Zimmer-Galerie Franck in Frankfurt
Atelier im Keller im Zehlendorfer Haus, Teichstr.10. 

1950
Teilnahme an der Gründungsversammlung des Berufsverbandes Bildender Künstler Berlins; Gründung: 17.03.1950, Mitgliedsausweis Nr.3. Weitere Künstlerinnen sind: Hannah Höch, Renée Sintenis, Augusta von Zitzewitz. 

1951
Louise Stomps erhält den Kunstpreis der Stadt Berlin  

1952
Tod der Mutter
Wettbewerb “Der Unbekannte Politische Gefangene“ vom Institute of Contemporary Art, London; Louise Stomps kommt in die engere Wahl und erhält (1953) eine “ehrenvolle Erwähnung“ und 25 Pfund Sterling Preisgeld. 
Ab Mitte der 1950er Jahre
Zahlreiche Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, u.a. Frankfurter Kunstkabinett Hanna Bekker vom Rath (mehrfach), Galerie Günther Franke, München, in Düsseldorf, Rosenheim usw.  

1953
Mit dem Fahrrad ins Ruhrgebiet: Dortmund, Essen, Wanne-Eickel: Ausstellungsbesuche u.a. Paul Klee, Max Ernst, Karl Schmidt-Rottluff. 

1955
Besuch der 1. Documenta in Kassel. 

1957
In der Eremiten-Presse erscheint die Publikation: Louise Stomps „Bildhauerskizzen“

1958
Teilnahme beim Wettbewerb „Internationales Denkmal“ in Auschwitz
Kauf eines gebrauchten Motorrads BMW mit Beiwagen. 

1960
Umzug nach Rechtmehring/Bayern in eine alte Kumpf-Mühle. Dort richtet sie sich Atelier und  Wohnung ein.

1970
Der Bruder Victor Otto Stomps stirbt 

1984
im März: Neues Motorrad: Yamaha XS 650 mit Squire Seitenwagen,
Farbe: rot. 

1985
Die Galerie der Künstler in München zeigt eine umfangreich Einzelausstellung mit 147 Skulpturen von Louise Stomps 

1988
Am 22. April stirbt Louise Stomps an den Folgen eines Motorradunfalls.

2010
Die Berlinische Galerie erhält sechs Skulpturen und  99 Blatt Arbeiten auf Papier, sowie den schriftlichen Nachlass als Zustiftung durch Stomps Erben: Peter Schrader und Berthold Kogut  

2013
Beteiligung in der Ausstellung “Künstlerinnen im Dialog – Gemälde.Fotografien.Skulpturen“,
DAS VERBORGENE MUSEUM 22.8.-6.10.2013 

2017
Beteiligung in der Ausstellung “Künstlerinnen im Dialog – Drei Tassen und eine japanische Puppe“,
DAS VERBORGENE MUSEUM 27.4.-6.8.2017 

2018
Innerhalb der Ausstellung “Die erste Generation – Berliner Bildhauerinnen der Moderne“ im Georg Kolbe Museum, Berlin ist Louise Stomps mit fast zwanzig Arbeiten vertreten. 

2018/19
Vertreten in der Ausstellung: “Bildhauerinnen. Von Kollwitz bis Genzken“. in Heilbronn, Kunsthalle, Vogelmann, und anschließend in Bremen, Gerhard-Marcks-Haus und Museen Böttcherstraße.

 

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Ausstellung und Publikation in Vorbereitung
für Herbst 2021

 

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