09. October 2014 - 01. March 2015

MONIQUE JACOT

REPORTAGEN UND TAGTRÄUME
Fotografien . Polaroids . Transfers . Fotogramme


Im eigenen Land gilt die Schweizerin Monique Jacot als Reportage-Fotografin, als Rebellin und Realistin.
Aber sie hat noch eine andere Seite: ein Faible für hintersinnig poetische Bildgeschichten. In diesem Spagat zwischen gesellschaftlichem Engagement und künstlerischer Intuition ist sie bis heute aktiv.

Ausgebildet wurde die in Neuchâtel geborene Monique Jacot 1953-1956 bei Gertrude Fehr an der École des Arts et Metiers in Vevey. Von den Vorgaben der schulisch vermittelten Atelierfotografie aber löste sie sich bald. Sie suchte ihre Motive auf der Straße und an Orten, an denen die Welt der Phantasie die Realität vergessen macht: im Zirkus oder im Theater der weltbekannten Pantomimen Marcel Marceau und Dimitri. Mit diesen Aufnahmen traf sie den Nerv der Zeit und wurde schon bald zur gefragten Bildjournalistin bei den internationalen Illustrierten und Journalen der Nachkriegszeit wie »Die Woche«, »Du«, »Annabelle«, »Elle«, »Réalités«, »Vogue« u.a.

Gleichsam eine zweite Schule der Fotografie bedeutete für Monique Jacot der enge Austausch mit Fotografinnen und Fotografen aus dem Umfeld der »Agentur Magnum«, u.a. mit Henri Cartier-Bresson, Martine Franck, Robert Frank, Josef Koudelka und Anna Farová. Und bis heute gehört das Sprechen über Fotografie zu ihrem Selbstverständnis als Fotografin.

Jahrzehntelang war Jacot seit Ende der 1950er Jahre mit der Leica für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Krisengebieten unterwegs, um weltweit die mangelhaften sozial-hygienischen Verhältnisse zu dokumentieren. Der tägliche Kampf um Auftrag und Realisierung von Fotoreportagen in den USA, der Sowjetunion, in England, Frankreich und in Ostasien hat aus der Fotografin eine der bedeutendsten Fotojournalistinnen in Europa gemacht.

Dass sich Monique Jacot auch für die Sache der Frauen stark gemacht hat, belegt nicht nur der Zyklus
»Printemps de femmes - Wir sind so frei 1991-1993« mit Aufnahmen von Demonstrationen für die Rechte er Schweizerinnen. In fotografischen Langzeit-Projekten hat sie Frauen bei der Arbeit in Büros und Fabriken und über Jahre auf dem Land (»Femmes de la terre«, 1984-1989) mit der Kamera begleitet und interviewt. Es ist ein ungeschminkt einfühlsames Panorama vom Alltag in der Schweizer Landwirtschaft - schonungslos, aber immer voller Achtung gegenüber den Menschen.

Monique Jacot ist eine Fotografin der Extreme:
Von der Realität fasziniert und abgestoßen zugleich, hat sie die andere Seite des Überlebenskampfes immer schon in der Natur gefunden, aber auch in der Stille der Dunkelkammer. Hier entstehen ihre sogenannten Transfers von Polaroid- Negativen in überraschenden Farbabstufungen. Es sind Originale, deren Komposition das Auge und die Hand der Fotografin nicht absolut beeinflussen können, weil hier der Zufall der chemischen Substanzen mitwirkt.


Mit der Retrospektive von ca. 120 Arbeiten, Beispielen aus allen Schaffensphasen, Schwarz-Weiß-Aufnahmen, Polaroids, Transfers und Fotogrammen macht DAS VERBORGENE MUSEUM die Fotografin zum ersten Mal in Deutschland bekannt.

Biografie: Biografie

ERÖFFNUNG

Mittwoch, 08. Oktober 2014 | 19 Uhr

Es sprechen

Elisabeth Moortgat, Das Verborgene Museum 
Tim Renner, Staatssekretär, Senatskanzlei Kulturelle Angelegenheiten
Johann Aeschlimann, Botschaftsrat Kultur, Schweizerische Botschaft 
Sylvie Henguely, Fotostiftung Schweiz, Winterthur

Die Fotografin Monique Jacot ist anwesend

LAUFZEIT

09. Okt. 2014  –  01. März 2015 
geschlossen: 18.12.2014 - 04.01.2015

ÖFFNUNGSZEITEN

Do – Fr 15-19 | Sa – So 12-16 Uhr
Eintritt 3,- Euro | 1,50 Euro

STANDORT > ADRESSE

Der Verein DAS VERBORGENE MUSEUM | Dokumentation der Kunst von Frauen eV
hat seine Tätigkeit seit dem 01. Januar 2022 eingestellt.

mehr erfahren Sie hier:

AKTUELLE Rufnummer
+49 (0) 30 861 34 64

MAIL >  ADRESSE

 

Flyer zur Ausstellung


Zur Ausstellung liegt die Publikation vor:   

MONIQUE JACOT, mit Texten von Peter Pfrunder (Hg.), Sylvie Henguely, Guido Magnaguagno,
Nathalie Herschdorfer, Matthias Christen, Christoph Gallaz, Benteli Verlag, Fotostiftung Schweiz, Winterthur 2005.
Preis im Museum: Euro 25,00

Eine Ausstellung im Rahmen 6. Europäischer Monat der Fotografie

MdR

 

Gefördert von der Senatskanzlei Kulturelle Angelegenheiten, Berlin
Künstlerinnenprogramm

 

PROHELVETIA

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