25. June 1988 - 31. July 1988

CARTA X CARTA in Narni, Italien

Papier X Papier

„Papier – ein anti-rhetorisches Medium – mögen die Künstlerinnen, weil es von einer Oberfläche fürs Zeichnen zum Mittel fürs Bauen, Schaffen und Erfinden geheimer Gedenken und Träume wird. Papier ist Phantasie. Papier mit und ohne Farbe. … Und das Geschenk aus Papiermaché, das uns herzustellen gelungen ist, ohne einen Groschen auszugeben?

Mit dem Papier schenken wir uns dieses Mal ein Buch und eine Ausstellung, ein Zusammentreffen und die Freiheit, das zu sagen, was wir denken.“ (Simona Weller)  

Die italienische Künstlerin Simona Weller ist die Kuratorin der Ausstellung „CARTA X CARTA“. Simona Weller war bereits 1977 beratend tätig für die Berliner Ausstellung „Künstlerinnen International 1877-1977“. Sie engagiert sich neben ihrer künstlerischen Arbeit für das Sichtbarmachen von Künstlerinnen, auch historischen. In der Zeitschrift „Noi donne“ schreibt sie über Künstlerinnen, um die ihnen zustehende Öffentlichkeit herzustellen und das Interesse der Kunstwelt zu erringen und Gleichheit für alle Künstlerinnen einzufordern; das ist ihr Anliegen.

So gründet sich auch 1986 „DUNA“ in Rom, eine Vereinigung von Künstlerinnen, Schriftstellerinnen und Politikerinnen, die sich die Förderung der Kunst von Frauen zum Ziel gesetzt hat. Die Gründung von IAWA (International Association of Women in the Arts) erfolgte 1986 durch Aktive Künstlerinnen und Kunsthistorikerinnen aus Italien, Deutschland (West), Österreich und den Niederlanden in Leibnitz in Österreich mit dem Ziel, Künstlerinnen und deren Sichtbarmachung international zu betreiben.

Es wird die erste gemeinsame Präsens in Europa mit der Ausstellung CARTA X CARTA in Narni, Italien, im Juni 1988 gezeigt.

Die Ausstellung gliedert sich in drei Teile: zeitgenössische Künstlerinnen aller beteiligten Länder werden vorgestellt; .2. historische Künstlerinnen der 1920er und 1930er Jahre, die DAS VERBORGENE MUSEUM (Deutschland West) und DUNA (Italien) zusammenstellen; sowie .3. eine Literaturabteilung.

Ausstellungsort ist die ehemalige Kirche, jetzt Auditorium Di San Domenico in Narni (Umbrien, Italien), bedeutend durch das Portal aus dem 12./13. Jahrhundert. In der imposanten Architektur wurden die Werke der Künstlerinnen an Stellwänden präsentiert.

DAS VERBORGENE MUSEUM, verantwortlich für den deutschen historischen Teil, stellt eine Auswahl von deutschen Künstlerinnen zusammen: Liselotte Friedlaender (1898-1975), Luise Grimm (1900-1991), Lea Grundig (1906-1977), Lou Albert-Lasard (1885-1969), Jeanne Mammen (1890-1976), Hanna Nagel (1907-1975), Helene Neumann (1874-1942), Waldtraut Niepmann (1898-1996), Margarete Kubicka (1891-1984), Gerda Rotermund (1902-1982), Augusta von Zitzewitz (1880-1960).

Von DUNA kamen Beiträge der italienischen historischen Künstlerinnen: Edita Broglio (1880-1968), Bice Lazzari (1900-1980), Paola Levi-Montalcini (1909-2000), Adriana Pincherle (1905-1996), Regina Cassolo Bracchi (1894-1974).  

Im zeitgenössischen deutschen Berliner Teil waren vertreten:
Gisela Breitling (1939-2018), Evelyn Kuwertz (1945), Antje Marczinowski (1939), Ludmila Seefried-Matejkova (1938), Eva-Maria Schön (1948), Erika Schewski-Rühling (1935-2017). 
 

Nachtrag: 
Die Ausstellung war ursprünglich als Wanderausstellung in den beteiligten Ländern Italien, Deutschland (West), Österreich, Niederlanden konzipiert. Von diesem Vorhaben wurde, besonders aus finanziellen Gründen, leider von allen Abstand genommen.

 

 

Eröffnung  
25. Juni 1988 | 19 Uhr

Auditorium Di San Domenico Narni
Provinz Terni, Umbrien, Italien

Organisiert von DUNA, Rom
Kuratorin: Simona Weller |  Vizepräsidentin von DUNA
Verbindung mit IAWA, International Association of Women in the Arts

Berliner Künstlerinnen | Zusammenstellung
Historische
DAS VERBORGENE MUSEUM, Berlin
Liselotte Friedlaender, Luise Grimm, Lea Grundig, Lou Albert-Lasard, Jeanne Mammen, Hanna Nagel,
Helene Neumann, Waldtraut Niepmann, Margarete Kubicka, Gerda Rotermund, Augusta von Zitzewitz

Zeitgenössische
Gisela Breitling, Evelyn Kuwertz, Antje Marczinowski, Ludmila Seefried-Matejkova,
Eva-Maria Schön, Erika Schewski-Rühling

Laufzeit  
25. Juni – 31. Juli 1988

 

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