HELLER-LAZARD, ILSE
HELLER-LAZARD, IILSE
1884
1934
Biografie

 

1884
Am 3. August wird Ilse Rosy Lazard als erste Tochter des jüdischen Bankiers Leopold Lazard (1843-1927) und seiner amerikanischen Ehefrau Jenny, geb. Stein (1861-1909) geboren; die Familie lebt in Metz, das seit 1871 zum Deutschen Reich gehört. 

1885
am 10. November Geburt der Schwester Louise (Lou), die mit zwei Jahren an Kinderlähmung erkrankt und zeitlebens gehbehindert ist.

Die beiden Schwestern wachsen mit deutschen und französischen Gouvernanten auf; sie erhalten privaten Zeichenunterricht bei Madame Pfeiffer, später beim Maler Henri Othon Beecke (1877-1954).

1904 - 1906
Ilse und Lou gehen zusammen in die Künstlerstadt München, um Mal- und Zeichenunterricht zu nehmen, u.a. bei Friedrich Pollak (1876-1944, auch Gino Parin genannt). Sie pflegen Bekanntschaft mit dem finnischen Künstler Edwin Lydén (1879-1956), der die Königlich Bayerische Akademie der Bildenden Künste besucht.

1904
malt Ilse Lazard, die auch eine Schule für Hauswirtschaft besucht, ihr erstes Selbstportrait; sie bleibt bis Ende Februar 1906 in München.

1906
Ilse Lazard geht nach Strassburg, will am Konservatorium Musikgeschichte studieren, wird aber nicht angenommen. Die Mutter unterstützt Ilses nicht, an die Kunstgewerbeschule in Strassburg zu gehen.

1907
Im Frühjahr: Malstudien der Schwestern in Italien: in Florenz, Siena, San Gimignano, Venedig.

1909
Ilse Lazard geht im Frühjahr für drei Monate nach Oxford, um Englisch zu lernen.
Am 28.12. heiratet Lou nach langen Zwistigkeiten mit den Eltern den 29 Jahre älteren Chemiker Dr. Eugen Albert aus München. Die Mutter Jenny Lazard, die an Depressionen leidet,  wählt den Freitod. 

1910
Ilse Lazard heiratet am 12. Mai den Kaufmann Paul Gayer, der mit dubiosen Geschäften ihr Geld durchbringt.

1911
Ilse trennt sich von Gayer und geht nach Dresden, das sich nach Gründung der Künstlergemeinschaft  “Die Brücke“ 1905 und der Errichtung der Gartenstadt Hellerau zum Zentrum der modernen Künste entwickelt; sie studiert bei dem deutsch-lettischen Maler Johann Walter-Kurau.

1913
Am 12. Dezember Scheidung von Paul Gayer 

1914 - 1915
Liebes-Beziehung mit dem Philosophen Dr. David Baumgardt (1890-1963).
Umzug nach Berlin. Aufnahme des Studiums der Malerei an der Arthur Lewin-Funcke Schule und bei Lovis Corinth

1915
Erste Bekanntschaft mit dem Schweizer Bildhauer Ernst Heller (1895-1972)

1916
Beteiligung mit vier Gemälden an der Ausstellung “Juryfreien Kunstschau“ in Berlin. Ilse Lazard folgt Ernst Heller in die Schweiz. Sie malt Landschaften im Berner Oberland, im Wallis, in Eglisau/Rhein.

1917
Während des Krieges lebt sie in Mendrisio im Tessin; Ernst Heller ist in der Umgebung stationiert. Ilses Vater, Leopold Lazard, ist gegen ihre Heirat mit dem zehn Jahre jüngeren Bildhauer.

1918
Kuraufenthalt in Rheinfelden/Schweiz. Bekanntschaft mit dem Maler Cuno Amiet. Am 2. November heiraten Ernst Heller und Ilse Lazard, die mit der Heirat Schweizerin wird.

1919
Ausstellung von 14 Gemälden im Kunsthaus Zürich; Ende des Jahres Umzug nach Rom

1920 - 1927
Leben in Rom um Umgebung; zeitweilig im Atelier in der Villa Glori, Rom; Aufenthalt in der Künstlerkolonie Anticoli Corrado bei Rom.

Im Oktober 1922 Beginn der faschistischen Regierung mit dem "Marsch auf Rom"

1922 - 1924
Kuraufenthalte in Deutschland; Psychische Krisen und erste Auseinandersetzungen in der Ehe 

1927
Der Vater Leopold Lazard stirbt. Ilse übersiedelt nach Paris, Montparnasse.

1928
Besuche in Wiesbaden, Frankfurt am Main und Eglisau.

Lou Albert-Lasard, die von Eugen Albert seit ihrer Affäre mit Rainer Maria Rilke 1914-1916 getrennt lebt, zieht mit ihrer Tochter Ingo von Berlin nach Paris.

1929
Aufenthalt in Sanary, Südfrankreich, wo sie ihre Schwester Lou und deren Tochter Ingo trifft.

1930 - 1932
Reisen nach Spanien, nach Mallorca, Barcelona, San Sebastián und Saint-Jean-de-Luz in Frankreich;

Aufenthalt in Ascona; Aufenthalt in Les Sables d’Olonne, Vendée

1933
Kur in Rheinfelden; sie erfährt, dass sie Brustkrebs hat.

1934
Am 10. Januar stirbt Ilse Heller-Lazard im Amerikanischen Krankenhaus in Neuilly bei Paris. 

2009
DAS VERBORGENE MUSEUM
zeigt die erste Einzelausstellung “ILSE HELLER-LAZARD – Der Auftrag der Farbe“ in Berlin auf der Basis der Recherchen und dem Werkverzeichnis von Matthias Heller, dem Sohn von Ernst Heller.

2012
Die Städtische Wessenberg-Galerie in Konstanz zeigt die Ausstellung ILSE HELLER-LAZARD

 

Eröffnung

Mittwoch, 30. September 2009 |  20 Uhr

Es sprechen

Gisela Breitling
Das Verborgene Museum

Monika Thiemen, Bürgermeisterin
Charlottenburg-Wilmersdorf

Gabriela Eigensatz, Botschaftsrätin
Schweizer Botschaft

Matthias Heller
Kurator der Ausstellung

Laufzeit

1. Oktober 2009 - 31. Januar 2010

ÖFFNUNGSZEITEN

Donnerstag, Freitag 15 - 19 Uhr
Samstag, Sonntag 12 - 16 Uhr

 

Adresse

DAS VERBORGENE MUSEUM
Schlüterstrasse 70
10625 Berlin-Charlottenburg

verkehrsanbindungen

S5, 7, 75, 9  Savignyplatz
U2 Ernst-Reuter-Platz,
Bus M49, X34, 101 Schlüterstrasse

STADTPLAN

siehe Kontakt

 

TELEFON

+49 (0) 30 313 36 56

MAILADRESSE


 

FLYER zur Ausstellung


PUBLIKATIONEN 
Zur Ausstellung erscheint die erste Monographie

Matthias Heller
ILSE HELLER-LAZARD 1884-1934  - Im Halbschatten der Zeit
Mit einem Werkkatalog der Gemälde und einem Nachwort von Matthias Fischer
Hrsg. von Matthias Heller, Christine Züllig-Heller, Maja Druey-Heller
226 S., 225 farbige und 75 s/w Abb.
Verlag Elfundzehn, Eglisau 2009,  vergriffen

 

Wir danken Matthias Heller und der Erbengemeinschaft Heller Eglisau, Schweiz,  für die
Unterstützung bei der Realisierung der Ausstellung.